Jeden Monat präsentiert die Forschungsstelle für islamische Numismatik Tübingen ein besonderes Stück aus ihrer Sammlung.
Passend zum Pride Month handelt es sich bei der Münze des Monats Juni, einem Dinar aus Alexandria, um die Prägung eines Kalifen, welcher einen anderen Mann liebte. Tatsächlich war eine derartige Liaison im islamischen Mittelalter nichts Besonderes, sondern Mainstream, und im Rahmen bestimmter Rollen auch völlig akzeptiert. Die Schönheit junger Männer ist ein Hauptthema der arabischen sowie persischen Dichtung und tatsächlich gibt es keine andere vormoderne Kultur, in deren klassischer Literatur homoerotische Gedichte eine derart zentrale Stellung einnehmen. Erst unter dem Einfluss europäischer Kolonialmächte gelangte das westliche Konzept in die islamische Welt, Sexualität mit Identität zu verknüpfen – zuvor hatte man keinen Gegensatz Heterosexualität vs. Homosexualität gesehen. Dass praktisch jede große Dynastie des islamischen Mittelalters (auch) dem gleichen Geschlecht zugewandte Herrscher (mit Münzprägung) zu bieten hat, muss also nicht überraschen. Das gewählte Beispiel des Fatimiden az-Zafir (reg. 1149–1154) mag insofern besonders sein, als der Münzherr und sein Geliebter, der Sohn des Wesirs, im selben Alter waren und beider Verhältnis in einer außerordentlich blutigen Tragödie endete, welche fast den Untergang der Dynastie bedeutet hätte ... (Folgen Sie wie immer dem Link zum ausführlichen Beitrag!)
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Die FINT wird gefördert von der Pelling-Zarnitz-Stiftung.